Wärmeversorgung sicherstellen – lokal und erneuerbar. Ja zum Rahmenkredit!
Liebe Schaffhauserinnen und Schaffhauser
Am 28. September stimmen wir in der Stadt Schaffhausen über den Rahmenkredit 2025+ für den Ausbau von Wärmeverbünden ab. Der Rahmenkredit schafft die Grundlage, damit unsere Stadt die nachhaltige Versorgung mit Wärme ausbauen und sicherstellen kann. Der Rahmenkredit ist damit eine Investition in unsere Grundversorgung – lokal, effizient und günstig. Zudem sprechen weitere Gründe für ein JA am 28 September:
Sichere & bezahlbare Wärme: Wärmeverbünde nutzen lokale Energiequellen effizient und garantieren eine günstige und nachhaltige Versorgung mit stabilen Preisen.
Dringender Handlungsbedarf: Projekte sind startklar, doch ohne Kredit kann die Stadt sie nicht realisieren. Machen wir jetzt vorwärts!
Investition mit Rückfluss: Die Investition zahlt sich aus – über die Jahre fliesst das Geld zurück an die Stadt.
Klimaziele erreichen: Wärmeverbünde sind der Schlüssel für eine klimafreundliche Wärmeversorgung: ohne Ausbau keine Energiewende.
Vielen herzlichen Dank für Ihr JA am 28. September zu dieser wichtigen Vorlage
Fragen und Antworten
Worum geht es beim Rahmenkredit – und um wie viel Geld?
Es geht um einen Rahmenkredit von 110 Millionen Franken. Damit kann die Stadt Schaffhausen den Ausbau der Wärmeverbünde zügig weiterführen. Der erste Kredit von 30 Millionen Franken aus dem Jahr 2021 ist bereits ausgeschöpft.
Wichtig: Der Kredit ist keine verlorene Ausgabe (nicht à fonds perdu). Wärmeverbünde refinanzieren sich über die Beiträge der Wärmebezügerinnen und -bezüger. Das Geld fliesst langfristig zurück – und die Stadt investiert gleichzeitig in eine sichere, klimafreundliche Infrastruktur.
Was genau ist ein Wärmeverbund – und warum ist er sinnvoll?
Ein Wärmeverbund verbindet mehrere Gebäude mit einer zentralen Heizzentrale. Dort wird erneuerbare Energie genutzt – zum Beispiel aus Rhein- oder Grundwasser, industrieller Abwärme oder Holz.
Die Vorteile:
- nachhaltig: erneuerbare, lokale Energiequelle
- effizient: gemeinsame Infrastruktur statt viele kleine Heizungen
- günstig: stabile Preise, weniger Abhängigkeit von fossiler Importinfrastruktur
Wärmeverbünde bieten eine Alternative zu Erdgas, welches langfristig nicht mehr zum Heizen zur Verfügung stehen wird.
Weshalb braucht es öffentliche Investitionen – können das nicht Private machen?
Private orientieren sich in erster Linie am Gewinn. Sie würden vor allem die lukrativsten Quartiere erschliessen. Die Stadt hingegen hat den Versorgungsauftrag: Sie baut nur dort, wo die Wirtschaftlichkeit gesichert ist – achtet aber zusätzlich auf andere wichtige Faktoren:
- dass alle Quartiere nach und nach Zugang zu erneuerbarer Wärme erhalten,
- dass die Wärmequellen möglichst sicher und nachhaltig sind,
- und dass die Versorgungssicherheit gewährleistet bleibt.
Ein gutes Beispiel ist die Altstadt. Es ist fraglich, ob ein Privater dieses anspruchsvolle Gebiet erschliessen würde. Die Bewohner:innen sind aber auf einen Wärmeverbund angewiesen, weil hier keine Wärmepumpen möglich sind.
Es ist wichtig, dass die Stadt Wärmenetze baut:
- Begonnene Projekte müssen fertiggestellt werden – das kostet Geld.
- Wärmeverbünde sind kritische Infrastruktur. Es braucht demokratische Kontrolle und Versorgungssicherheit.
- Der Kredit ist eine Investition: Die Kosten werden über die Wärmebeiträge langfristig wieder eingespielt.
Werden mit dem Rahmenkredit meine Heizkosten um 20% steigen, wie das die FDP behauptet?
Nein, die Behauptung ist falsch und nicht nachzuvollziehen. Die Preise liegen alle sehr nahe beieinander und in den meisten Fällen sind die Tarife der städtischen Verbünde etwas unter den Tarifen der Privaten. Die Zahl ist unseriös. Wichtig zu wissen ist: Die Privaten bauen nur dort, wo es für sie lukrativ ist – denn sie müssen Gewinn erwirtschaften. Die Stadt jedoch ist verpflichtet, nur einen moderaten Gewinn zu erwirtschaften und muss das Gemeinwohl höher gewichten. Sie baut auch Verbünde, bei welchen ein Privater sich zu wenig Gewinnaussichten verspricht. Ausserdem haben wir bei städtischen Verbünden eine demokratische Kontrolle und könnten zum Beispiel auch mit einer Volksinitiative die Tarife senken, was natürlich bei einem privaten Unternehmer nicht möglich ist.
Bekommt die SH Power ein Monopol?
Ein Wärmeverbund ist naturgemäss immer ein lokales Monopol – egal ob der Wärmeverbund im Besitz eines privaten Unternehmen oder der SH Power ist. Der Grund: Niemand baut in derselben Strasse zwei parallele Netze. Wenn ein privater Anbieter die Konzession erhält, hat er damit automatisch eine monopolartige Stellung. Für die betroffenen Haushalte und Betriebe gibt es keine Wahlmöglichkeit mehr. Und genau hier liegt das Problem: Wenn die Versorgung durch ein privates Monopol erfolgt, sind die Kundinnen und Kunden den Preis- und Vertragsbedingungen dieses Unternehmens ausgeliefert. Bei einem öffentlichen Anbieter ist die Situation eine andere. Auch hier besteht zwar ein faktisches Monopol, aber die Stadt ist demokratisch legitimiert und der Bevölkerung verpflichtet. Sie muss transparent über ihre Kosten informieren, sie kann politisch kontrolliert werden, und sie ist verpflichtet, das Gemeinwohl über Gewinninteressen zu stellen. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob ein Monopol entsteht, sondern wem es gehört.
Welche Wärmeverbünde werden als Nächstes gebaut?
Mit dem Rahmenkredit können diese Projekte rasch umgesetzt werden:
- Breite/Hauental/Wiesli (ab 2026)
- Alpenblick/Niklausen (ab 2026)
- Schweizersbild/Birch/Mühlental (ab 2026)
- Südliche Altstadt (ab 2028)
- Buchthalen/Rhein (Etappenstart ab 2026)
- Erweiterung Stettemerstrasse
Eine Informationsplattform wird den Ausbau und Fortschritt laufend dokumentieren.
Warum braucht es den Kredit jetzt – auch ohne revidierten Versorgungsauftrag?
Ein Versorgungsauftrag besteht bereits! Zur Zeit wird lediglich eine Überarbeitung des Versorgungsauftrags beraten, welche aber an der Ausgangslage nichts ändert. Der Kredit ist so oder so nötig, auch unter Geltung des aktuellen Versorgungsauftrages, um die geplanten Projekte voranzutreiben. Ohne Kredit kommt der Ausbau ins Stocken.
Ist das wirklich notwendig?
Ja. Die Bevölkerung braucht Alternativen zum Erdgas, welches langfristig nicht mehr zum Heizen verwendet werden kann.
Der Ausbau ist ein zentraler Baustein der Energiewende.
Wärmeverbünde sind nachhaltig, effizient und langfristig günstiger als fossile Heizungen.Sie machen die Stadt unabhängiger von Öl- und Gasimporten und stärken die lokale Wertschöpfung.
Stimmt es, dass Private günstiger bauen?
Nein. Private bauen nur die profitabelsten Projekte. Die Stadt stellt sicher, dass auch weniger rentable Quartiere angeschlossen werden und dass die Wärmequellen nachhaltig sind. Bei vergleichbaren Projekten fallen die Tarife jedoch gleich aus. Wichtig ist dabei, dass die Kosten für die Kund:innen über die gesamte Laufzeit des Wärmeliefervertrages ermittelt werden und nicht nur die im aktuellen Jahr geltenden Preise betrachtet werden. SH POWER hat zudem die gesetzliche Vorgabe, nur moderate Gewinne zu erwirtschaften. Wenn ein Privater ein lokales Wärmemonopol erhält, ist er hingegen frei in der Tarifgestaltung – und die Kunden sind ihm ausgeliefert.
Weshalb wird der Kredit als «Rahmenkredit» beantragt?
Mit dem Rahmenkredit können gleich mehrere Projekte realisiert werden. So geht es schneller vorwärts. Der Rahmenkredit hat sich bewährt:
- Effizient: Projekte können rasch umgesetzt werden.
- Flexibel: Termine und Reihenfolgen lassen sich anpassen, falls sich Chancen für die Bevölkerung ergeben.
- Planungssicherheit: für Stadt, Unternehmen und Wärmebezügerinnen und -bezüger.
Wie wirkt sich der Kredit auf meine Heizkosten aus?
Die Preise orientieren sich an den tatsächlichen Kosten der Wärmeproduktion. Wärmeverbünde sind langfristig stabiler und planbarer als Öl- oder Gasheizungen, deren Preise stark schwanken können.
Wer profitiert vom Bau der Wärmeverbünde?
- Bewohnerinnen und Bewohner: erhalten Zugang zu sauberer, verlässlicher Wärme und eine Alternative zu Erdgas.
- Lokales Gewerbe: Die Stadt vergibt Planungsleistungen, Tiefbauleistungen sowie den Bau der Wärme- oder Kältenetze und der Erzeugungsanlagen weitgehend an private Unternehmen. Dadurch profitiert auch das Gewerbe von städtischen Investitionen in Wärmeverbünde.
- Die Stadt: behält die Kontrolle über kritische Infrastruktur und erzielt Einnahmen, die der Öffentlichkeit zugutekommen.
Was passiert, wenn ich bereits eine neue Heizung eingebaut habe?
Niemand wird gezwungen, sofort umzusteigen. Aber langfristig ist klar: fossile Heizungen laufen aus. Mit Wärmeverbünden steht eine zukunftssichere Alternative bereit, wenn eine Erneuerung ansteht.
Warum nicht einfach mit Wärmepumpen in jedem Haus?
Das funktioniert in Einfamilienhäusern oft gut. In dicht bebauten Quartieren sind aber gemeinsame Lösungen effizienter: weniger Platzbedarf, niedrigere Gesamtkosten und Nutzung grosser Energiequellen wie Rheinwasser oder Abwärme, die einzelne Häuser gar nicht nutzen könnten. Fernwärme punktet gegenüber einer Wärmepumpe zudem durch geringere Installationskosten, den Verzicht auf Wartung im eigenen Haus und einen hohen Betriebskomfort durch die Lieferung der Wärme „gebrauchsfertig“ ins Haus, was auch Platzersparnis im Heizungskeller bedeutet.
Was bedeutet das für die Klimaziele?
Mit den Wärmeverbünden kann die Stadt die Energiewende vorantreiben und kommt auf Kurs, um ihre verbindlichen Klimaziele zu erreichen: Halbierung der Treibhausgase bis 2030 und Netto-Null bis 2050.
Gibt es ein Risiko, dass der Kredit zu hoch angesetzt ist?
Die Höhe von 110 Mio. Franken ergibt sich aus Machbarkeitsstudien und bereits geplanten Projekten. Gleichzeitig schafft der Rahmenkredit Spielraum für Teuerung und Anpassungen. Wichtig: Die Mittel werden nur eingesetzt, wenn die Projekte wirtschaftlich tragfähig sind. Geld, das nicht gebraucht wird, wird auch nicht ausgegeben. Die einzelnen Tranchen müssen vom Stadtrat jeweils freigegeben werden.
Wird der ganze Kredit von 110 Mio. Franken auf einmal ausgegeben?
Nein. Der Rahmenkredit wird in zwei Tranchen freigegeben:
- 66 Mio. Franken unmittelbar nach Annahme, um die laufenden Projekte zu sichern.
- 44 Mio. Franken erst später, sobald die weiteren Bauprojekte genügend weit fortgeschritten sind und die Mittel tatsächlich benötigt werden.
So wird sichergestellt, dass die Gelder schrittweise und gezielt eingesetzt werden – nur dort, wo es für die Umsetzung der Wärmeverbünde nötig ist.
Warum wird über den Rahmenkredit schon jetzt abgestimmt, obwohl der Versorgungsauftrag noch nicht geklärt ist?
Der Versorgungsauftrag besteht bereits. Derzeit wird lediglich eine Überarbeitung beraten, die an der Ausgangslage aber nichts grundlegend ändert. Rahmenkredit und Versorgungsauftrag sind zwei verschiedene Dinge:
- Der Rahmenkredit stellt das Geld bereit, damit die Stadt überhaupt planen, bauen und laufende Projekte fertigstellen kann. Ohne Kredit könnte kein einziger Wärmeverbund mehr realisiert werden.
- Der Versorgungsauftrag regelt die Rahmenbedingungen, unter denen auch Dritte Wärmeverbünde bauen dürfen.
Beide Vorlagen wurden gleichzeitig präsentiert und in den zuständigen Kommissionen beraten. Die Diskussion über den Versorgungsauftrag ist weit fortgeschritten, die Anträge und Haltungen liegen auf dem Tisch.
Der Kredit wird jetzt gebraucht – unabhängig davon, wie der überarbeitete Versorgungsauftrag im Detail ausgestaltet wird.
Wann wird gebaut?
- Ab 2026: Start in Gebieten Breite, Alpenblick und Buchthalen
- Ab 2027/2028: Start in Gebieten Schweizersbild/Birch/Mühlental, Erweiterung Richtung Altstadt, Vernetzung bestehender Verbünde, zusätzliche Ausbaustufen
- Bis 2030: Stetiger Ausbau, abgestimmt mit Energierichtplanung und städtischer Klimastrategie
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Walther-Bringolf-Platz 8
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